Trainingstagebuch

Ein vermeintliches Winterende, eine ungewollte Dusche & ein netter Wochenendtrip

Nein, keine Sorge (oder Vorfreude), er ist bestimmt noch nicht vorbei. Aber das Gefühl hatte man schon, denn wo noch vor zwei Wochen bitterkalter Frost herrschte, machte ich mich in dieser Woche in kurz/kurz auf den ersten Lauf der Woche, der wie gehabt am Dienstag in aller Frühe stattfand.

Schon am Montag kam ich ordentlich ins Schwitzen, denn ich hatte früh nicht auf das Thermometer geschaut und am Wochenende auch darauf verzichtet, auf die Wettervorhersage zu achten. Und da am Samstag neue Winterhandschuhe fürs Fahrrad in der benachbarten Packstation lagen, mussten die natürlich ausprobiert werden. Was schon für die Temperaturen am Montag viel zu warm war. Aber immerhin, so sehr wie meine Hände in diesen Handschuhen im eigenen Saft schmorten, werden die bei Frost sicher richtig gute Dienste leisten.

Der Lauf war dann eben auch entsprechend angenehm, wenngleich es zunächst etwas schleppend losging. Es dauerte tatsächlich locker 5 Kilometer, bis ich endlich richtig im Flow war und entspannt mein Programm abspulen konnte. Aber manchmal ist das eben so. Die Beine wiegen zentnerschwer und alles fühlt sich schlapp an. Und dann plötzlich fällt die Schwere von einem ab und es läuft. Fragt nicht, warum das so ist. 🤷🏻‍♂️

Außerplanmäßige Dusche

Ein richtiges Extrem hatte dann der Mittwoch zu bieten, an dem ich außer der Reihe laufen war. Es war mal wieder Home-Office angesagt, weshalb ich morgens meine Frau auf ihrer täglichen Runde begleitete. Die allerdings fand bei wirklich strömendem Regen statt. Und man sollte sich wundern, es gibt noch eine Steigerung zu klatschnass. Denn als wir an einer roten Ampel standen, bretterte ein Autofahrer voll durch eine Pfütze. Direkt vor uns.

Es folgte eine Wand aus Wasser, die uns volles Pfund traf. Und noch nasser mache, als wir ohnehin schon waren. Und das muss der mit Absicht gemacht haben, denn die anderen Autofahrer haben einen schönen Bogen um die Pfütze gemacht. Allerdings hat uns das nicht davon abgehalten, die Runde wie geplant zu Ende zu bringen. Das versteht sich ja von selbst.

Komplett am Ende

Der Donnerstag brachte dann etwas bisher noch nie da Gewesenes. Meine Podcastplayliste ist leergelaufen. In der Zeit rund um Weihnachten und Neujahr ist das im Grunde gar nicht so unüblich, zumindest stand ich da schon öfter kurz davor, denn viele Podcasts machen dann Weihnachts- oder gar Winterpause. Ich meine auch, im letzten Januar so etwas schon einmal erwähnt zu haben. Ich weiß jetzt bloß nicht mehr so genau, ob hier im Blog oder bei mir im Krimihörbuchpodcast. Vermutlich in Letzterem.

Jedenfalls stand ich schon oft kurz davor, habe es aber noch nie erlebt. Bis heute. Und jetzt muss ich mir erstmal einen Podcast suchen, den ich dann hören kann, bis die »üblichen Verdächtigen« wieder neue Episoden veröffentlicht haben.

Dafür hat das Wetter am Donnerstag gut mitgespielt. Zunächst sah es zwar nach Regen aus und während ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, tröpfelte es auch ein wenig, aber als ich loslief, war alles trocken und bis auf ein paar kleinere Nieselversuche blieb es auch so. Nicht, dass mich Regen wirklich stört, ganz im Gegenteil, aber nach der Wasserschlacht am Vortag, inklusive Dreckwasserdusche, war es mal ganz angenehm ohne Regen zu laufen.

Und einige Vierbeiner haben sich ebenfalls gezeigt, zwei Füchse und jede Menge Kaninchen sorgten für allerlei »paarweise auftretende, nicht ortsfeste Reflektoren« in der Dunkelheit. Erstaunlich ist nur, dass die Waschbären nicht wiederzusehen sind. Die haben sich ja während der Frosttage in die Winterruhe zurückgezogen, aber sobald die Temperaturen die Futtersuche ermöglichen, sind die ja für gewöhnlich wieder aktiv. Hmm, wer weiß …

Am Samstag gab es – ihr werdet es ahnen – natürlich wieder eine gemeinsame Runde mit meiner Frau. Allerdings sind wir sehr früh los, denn wir hatten einiges vor. Nicht lauftechnisch, da stand lediglich erneut die »Seeburger Eckpfeilerrunde« auf dem Programm. Also einmal nach Seeburg, dort am ersten Eckpfeiler anschlagen und dann wieder zurück. Das, was wir vorhatten, war ein Wochenendtrip nach Prag. Und da mussten wir rechtzeitig am Bahnhof sein, weshalb es ein netter Nachtlauf wurde. Dass wir den Zug bekommen haben, muss ich bei einem Start um 02.47 Uhr vermutlich nicht extra betonen, nicht wahr?! 😉

An der Moldau unterwegs

Und selbstredend hatten wir Laufsachen nach Prag mitgenommen. Streng genommen brauchten die Laufklamotten mehr Platz im Koffer, als die normale Alltagskleidung. 😮

Bei unserem letzten Aufenthalt in Prag hatten wir eine nette Runde, die über die Karlsbrücke führte. Auf der sind ja für gewöhnlich immer Unmengen Touristen, jedoch am frühen Morgen ist sie menschenleer und man hat sie quasi für sich allein. Und da wir unser Hotel in der Nähe der Karlsbrücke auf der Kleinseite hatten, unsere Laufstrecke aber vornehmlich auf der Altstadtseite lag, ging es auch diesmal wieder über die Karlsbrücke.

Es ist schon echt was Besonderes, über diese Brücke zu laufen. Witzigerweise haben wir auch tagsüber einmal einen Läufer beobachtet, der sich durch die Touristenmassen in der Altstadt und auf der Brücke kämpfte. Das wiederum mussten wir uns nicht geben und da wir ohnehin immer sehr früh wach sind, hatten wir auch diesmal die Brücke fast komplett für uns allein. Einfach herrlich, der Blick über die Moldau auf das nächtliche Prag! Lediglich der Hradschin war diesmal nicht beleuchtet, was die Sache noch ein stückweit runder gemacht hätte.

Und da ich hier im Blog ja auch Streckenänderungen erwähne, so auch diese: Die Uferstrecke an der Moldau entlang – immer auf der Ostseite in Richtung Süden – bin ich ja schon etliche Male gelaufen. Und auch diesmal hatten wir diese Strecke ins Auge gefasst. Allerdings sind wir beim ersten Lauf nicht den gleichen Weg zurück, sondern haben die Moldau an der Autobahnbrücke zwischen Braník und Hlubočepy (Kohlfelden) überquert und sind dann auf der Westseite wieder zurück.

Der Rückweg war allerdings nur auf dem ersten Abschnitt toll, denn irgendwann mussten wir an eine Hauptstraße ran, neben der nur ein recht schmaler und obendrein komplett zerstörter Gehweg verlief. Darauf zu laufen, war nur sehr bedingt ein Vergnügen. Allerdings entschädigte der letzte Abschnitt dann wieder, der über die Insel Kampa zurück zur Karlsbrücke führte.

Was auf jeden Fall festzuhalten ist: Schon wegen der tollen Läufe lohnt sich ein Trip nach Prag, dort macht es echt Spaß zu laufen.

Nun denn, das war es nicht nur für die 50. Trainingswoche in 2023, sondern es erklärt auch die verspätete Veröffentlichung des Wochenberichtes. Ich hatte nämlich weder Chromebook noch Tablet eingepackt und den Bericht auf dem Handy zu tippen ist einfach zu unhandlich. Zum Glück gibt es ja keine Verpflichtung, die Berichte immer pünktlich sonntags abzuliefern … :angel:

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