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Wie man zwei dicke Bretter irgendwie zusammenbringen kann, oder: Streak & Ultra im Einklang

Nun habe ich wieder die 250 im aktuellen Streak überschritten. Das „im aktuellen“ klingt zwar irgendwie nach Beliebigkeit, ganz so, als würde man den Streak beginnen, beenden und neu starten, ganz so wie es passt. Aber nein, wer hier aufmerksam und regelmäßig liest, weiß, dass ich meinen ersten Streak wegen eines fiesen Unfalls beenden musste und jetzt im zweiten Anlauf bin. Nur um das klarzustellen. 😉

Und ja, es ärgert mich noch immer, dass ich Streak 1 beenden musste. 382 Tage, bei denen auch ziemlich heftige Nummern dabei waren. Allein wenn ich an das Frühjahr 2025 denke, als ich von einem heftigem Schnupfen mit hohem Fieber umgeworfen wurde, mich aber trotzdem jeden Tag wenigstens auf die notwendige Meile begab. Ja klar, sehr unvernünftig, aber manchmal muss Wille vor Vernunft gehen. Tja, und dann der Unfall, der alles beendete.

Jedenfalls bin ich nun wieder über 250. Noch zwei komma irgendwas Monate sind es zum ersten Jahr, also noch etwas Luft. Allerdings steht in diesen Monaten auch eine Entscheidung an. Aber kurz ein paar Tage in die Vergangenheit zurück …

Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen!

Mitte August war es wieder soweit. Auf dem Mauerweg materialisierten eigenartige Pfeile und Punkte. Das konnte nur eines bedeuten: Es ist mal wieder Mauerweglauf. Und wie jedes mal, wenn der Mauerweglauf stattfindet und ich natürlich nicht daran vorbeikomme – immerhin verlaufen einige meiner üblichen Strecken zum Teil auf dem Mauerweg – dann juckt es in den Beinen. Immerhin habe ich ja mit dem Mauerweg noch eine Rechnung offen. Einmal das Ding unter 24 Stunden schaffen.

Und so sah ich nun, dass es wieder losgeht und natürlich war schon ein wenig Wehmut dabei. Letztlich kann ich ja sagen, dass ich ohnehin Glück hatte. Denn nicht nur, dass es gegen den Uhrzeigersinn ging, was so ganz und gar nicht meine präferierte Mauerwegsrichtung ist, auch das Wetter gab echt alles. Tagsüber durften die Läufer durch 36 sonnige Grad laufen, in der folgenden Nacht fiel das Thermometer zunächst nicht unter 22 Grad, was für die Nacht echt fies warm ist. Tja, und in den Morgenstunden wurde es dann kurz schlagartig kühl und es ging ein Unwetter über Berlin nieder. Dadurch ordentlich durchgenässt, quasi bis auf den letzten Faden, durften die Läufer danach dann wieder einen Temperaturanstieg und die damit verbundene Schwüle erleben. Also alles in allem echt harte Bedingungen. Aber so richtig hart.

Und trotzdem, irgendwie war ich natürlich wieder ganz frisch angefixt. Und damit komme ich dann zur anstehenden Entscheidung zurück, denn nächstes Jahr geht es in meine „Lieblingsrichtung“, was sehr mögig. Aber am 9. November startet die Anmeldung. Und 555 Startplätze für Einzelläufer sind vergleichsweise schnell weg. Demzufolge muss ich mich bis dahin entschieden haben.

Täglichlaufen und Ultramarathon – Passt das zusammen?

Tja, das ist theoretisch die Preisfrage. Praktisch dürften eher die Tage nach dem Mauerweglauf das echte Problem werden. Denn beim letzten Mal war ich körperlich so zerstört, dass ich fast 14 Tage nicht laufen gehen konnte. Ja okay, das hatte Gründe und ich habe daraus gelernt. Ich gehe also nicht davon aus, dass es beim nächsten Mal noch einmal so heftig wird. Aber dennoch muss natürlich einiges bedacht werden.

Aktuell laufe ich ja 10 Meilen am Tag, also 16,09 Kilometer (oder ja nach Lust und Laune auch etwas mehr). Damit komme ich schon beinahe auf das Wochenpensum, das für die Vorbereitung sinnvoll ist. Hier spricht man in aller Regel von etwa 120 Wochenkilometern in der Vorbereitung. Was es dann etwas schwieriger macht, sind die langen Läufe. Da habe ich die letzten Male jeweils drei gemacht. Einmal 55, einmal 65 und einmal 85 Kilometer. Das sind dicke Brocken. Und beim Täglichlaufen kann man ja nicht mal eben die Tage danach die Beine hochlegen. Also muss das irgendwie durch angemessene Senkung des Laufumfanges an den Tagen davor und danach ausgeglichen werden.

Gleiches gilt dann natürlich für den Wettkampftag selbst. Aber wie gleicht man dann aus? Geht man aufs Maximum und senkt damit den Tagesschnitt? Das würde sich ja auch wieder auf den Wochenumfang auswirken. Oder gleicht man nur die „Mehrkilometer“ an zum Beispiel zwei Tagen davor und den zusätzlich benötigten Tagen danach aus? Also um mal eine Milchmädchenrechnung aufzumachen: Gehen wir von den rund 16 Kilometern aus. Die stehen jeden Tag an und sollen im Schnitt gehalten werden. Bei einem 65er wären das ja 49 Kilometer zu viel.

Also sagen wir, an den zwei Tagen vorher werden es nur 5, um halbwegs entspannt auf den 65er zu gehen. Dann werden da vorab 22 Kilometer „verbraucht“ und von den 49 Mehrkilometern bleiben 27 übrig. Teilt man die durch 3, dann blieben für die folgenden drei Tage je 7 Kilometer übrig. Danach dann weiter mit 16 und man hält den Schnitt. Aber ist das sinnvoll so? Allein aus trainingstheoretischer Sicht? Ohne jetzt den Punkt „Streakrunning“ in die Trainingstheorie genauer reinzuziehen, der dürfte da ohnehin so einiges platzen lassen.

Es zeigt sich also, da sind dicke Bretter zu bohren, wenn man beides will. Denn natürlich will ich den Streak halten. Ich werde da wohl noch intensiv in mich gehen müssen. Aber vielleicht kann mir ja jemand helfen. Freiwillige vor! 🙂

E muss eine Entscheidung her!

Was mache ich also? Melde ich mich an? Und ja, ich traue es mir durchaus zu. Ich traue mir auch zu, tatsächlich die 24 Stunden zu knacken und diese verdammte Gürtelschnalle nach Hause zu holen. Aber wie man hier im Text sieht, halten sich Pros und Kontras wohl fast die Waage. Das heißt, eigentlich ja nicht. Denn die Teilnahme bedingt ein ärztliches Attest und das würde bedeuten, dass ich mal wieder intensiv sportärztlich untersucht werden muss. Wenn das mal nicht schon Grund genug ist … 😉

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